Interview mit Axel Vogt, Leiter Immobilien bei der Investitionsbank Schleswig-Holstein:
Fördermittel für Wohnungseigentümer: IB vermittelt zinsgünstige Darlehen
Günstige Fördermittel von der Kreditanstalt für
Wiederaufbau (KfW) schienen bislang für Wohnungseigentümer
unerreichbar zu sein. Denn die von ihnen für Modernisierung oder
Sanierung benötigten Beträge waren vielen Banken zu gering,
um die Mittel nach einem aufwändigen Antrags- und Prüfverfahren
bereitzustellen. Damit ist nun Schluss. Die Investitionsbank Schleswig-Holstein (IB)
bietet mit IB.WEGfinanz ein speziell auf Wohnungseigentümergemeinschaften
zugeschnittenes Produkt, das sie über die wankendorfer als ihren
Verwalter nutzen können.

Er kennt sich bestens mit Förderungen
für Wohnungs- eigentümer aus:
Axel Vogt, Leiter Immobilien bei der IB.
Wir sprachen darüber mit Axel Vogt, Leiter Immobilien bei der IB.
Frage: Worin bestand bislang das Problem für Wohnungseigentümer,
wenn sie KfW-Mittel in Anspruch nehmen wollten?
Axel Vogt: In den meisten Fällen liegt der Kreditbedarf
bei geplanten Modernisierungen oder Sanierungen für den einzelnen
Eigentümer zwischen 5.000 und 15.000 Euro. Dieser Betrag ist gemessen
am Aufwand für die Bewilligung von
Fördermitteln relativ gering, so dass die meisten Banken hierzu
keine Angebote unterbreiten.
Frage: Ihr Angebot IB.WEGfinanz scheint diese Hürde
zu nehmen...
Axel Vogt: In der Tat. Uns hat es als Förderinstitut des Landes
Schleswig-Holstein nicht ruhen lassen, dass nötige Investitionen an
Wohnanlagen unterbleiben, weil man den Eigentümern nicht die Förderungen
zugänglich machen kann, die sie dem Zweck nach in Anspruch nehmen können.
Denn die KfW bietet günstige Mittel für die energetische Sanierung,
die Wohnraummodernisierung und die Erzeugung von Solarstrom.
Frage: Und wie komme ich als Wohnungseigentümer nun
in den
Genuss der zinsgünstigen Finanzierung?
Axel Vogt: Ganz einfach: indem Sie als Wohnungseigentümergemeinschaft
eine konkrete Modernisierungs- und Sanierungsmaßnahme beschließen,
die IB zu Ihrem Finanzierungspartner erklären und Ihren Verwalter,
zum Beispiel die wankendorfer, bevollmächtigen, die Koordinierung
der Finanzierung vorzunehmen.
Frage: Was sind die Aufgaben der wankendorfer?
Axel Vogt: Die wankendorfer nimmt der WEG und uns Arbeit ab, indem
sie wichtige Informationen für das Antrags- und Prüfverfahren
zusammenträgt sowie alle Angaben zur Wohnanlage und den geplanten
Maßnahmen beisteuert. Das Prüfverfahren haben wir außerdem
vereinfacht. Wir verzichten grundsätzlich auf die Prüfung der
Einkommens- und Vermögensverhältnisse und auf die Eintragung
einer Grundschuld, also vergeben die Kredite blanko. Wichtig für
unsere Kreditentscheidung ist, dass die Schufa-Auskunft in Ordnung ist und
dass die Einschätzung des Verwalters, der die Wohnungseigentümer
ja teilweise schon seit Jahren betreut, positiv ist. Durch diese
„schlanke“ Organisation sind auch die typischen
Kreditbeträge zwischen 5.000 und 15.000 Euro kein Problem.

Willkommen zu Hause: Die neuen Eingänge sind komfortabel und
einladend (Zustand vorher und nachher).
Frage: Und wie ist die vertragliche Situation?
Axel Vogt: Da unterscheiden wir zwei verschiedene Verträge:
Der erste ist ein Dienstleistungsvertrag. In diesem beauftragt uns
die Wohnungseigentümergemeinschaft mit der finanzwirtschaftlichen
Beratung für die geplante Maßnahme. Hierfür berechnen
wir eine Gebühr von zwei Prozent des Investitionsvolumens
zuzüglich Mehrwertsteuer. Sollen die geplanten Investitionen dann
realisiert werden, kommt Vertragsform zwei ins Spiel: Hier schließen
wir mit jedem Wohnungseigentümer gesondert einen Kreditvertrag entsprechend
seinem konkreten Finanzierungsbedarf ab.
Frage: Gibt es Ausnahmen bei diesem Verfahren?
Axel Vogt: IB.WEGfinanz richtet sich speziell an Wohnungseigentümer
mit geringem Kreditbedarf. Sie werden von ihrem Verwalter wesentlich bei
der Antragstellung unterstützt. Liegt der Finanzierungsbedarf höher
als 15.000 Euro, kann sich der Wohnungseigentümer direkt an die IB wenden.
In diesem Fall betreuen wir auch das gesamte Antragsverfahren.
Vielen Dank für dieses Gespräch, das für viele
Wohnungseigentümer gute Nachrichten enthält!