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Ich glaub, du hast ´nen Stich!

Endlich ist sie wieder da, die „Draußen-Saison“! Doch nicht nur wir Menschen fliegen auf Sonnenschein und Wärme, auch Insekten mögen die warme Jahreszeit – und oft genug auch uns. So kennen Sie bestimmt jemanden, der von sich sagt: „Mücken mögen mich einfach zum Fressen gern. Sie lauern nur auf mich!“ Juckende rote Quaddeln sind die Folge, meistens die ganze Saison über. Zum Glück sind die Stiche der heimischen Mücken und Bremsen zwar lästig, aber harmlos. Doch wie sieht es bei Wespen, Hornissen & Co. aus? Ist man da ernsthaft gefährdet? Wer die Materie kennt, sagt nein, denn in der Regel verläuft der Großteil aller Bienen- und Wespenstiche völlig harmlos. Und selbst ein Hornissenstich ist noch kein Grund zur Panik. Allerdings: Hummeln sind keineswegs „völlig harmlos“. Denn werden sie geärgert, stechen die Weibchen und beißen die Männchen – doch sie haben eine hohe Toleranzgrenze, bis sie in Rage kommen. Wespen und Hornissen, Bienen und Hummeln haben jedoch eines gemeinsam: Ihr Stich ist unangenehm und am besten, man geht ihnen aus dem Weg. Ist es aber mal passiert, helfen folgende Gegenmaßnahmen: 1. Sollte man sich beruhigen und daran erinnern, dass diese Stiche meist unangenehm, aber harmlos verlaufen. 2. Hilft gute Kühlung mit einem kühlen Löffel oder durch kühles Leitungswasser. 3. Auch hilfreich: ein feuchter Umschlag mit normalem Haushaltsessig.

Achtung: Allergie

Höchste Aufmerksamkeit ist allerdings geboten, wenn jemand allergisch auf so einen Stich reagiert. Das erkennt man zum Beispiel an Atemnot, Schweißausbrüchen, Hautausschlägen, Übelkeit oder Herzrasen. Ist die Allergie bereits bekannt, sollte der Allergiker immer ein Notfallset mit Medikamenten bei sich tragen, die die allergische Reaktion stoppen, wie zum Beispiel Kortisonpräparate oder Antihistaminika. Tritt die allergische Reaktion erstmals auf, ist sofort der Notarzt zu alarmieren, der dann die hilfreichen Medikamente verabreicht. Wer auf Nummer Sicher gehen will, kann sich beim Arzt testen lassen und weiß dann, ob eine Allergie vorliegt oder nicht.

 

Tipp für die Praxis: Beim Anflug hungriger Stechinsekten auf den gedeckten Tisch gilt es, Ruhe zu bewahren. Denn angegriffene oder tote Tiere setzen Alarmstoffe frei, mit denen Artgenossen zu Hilfe gerufen werden. Überreife Weintrauben in gebührender Entfernung aufgehängt, lenken Wespen und verwandte Insekten erfolgreich ab. Dann steht einer gemütlichen Kaffeerunde unter freiem Himmel nichts mehr im Wege!

Zecken können zweifach schaden

Und wie ist es bei Zecken? Sie können zwei Krankheiten übertragen: Eine
Hirnhauterkrankung, genannt „FSME“ (Frühsommer-Meningo-Enzephalitits) und eine an Rheuma erinnernde Krankheit mit der Bezeichnung „Borreliose“. FSME wird vor allem in Süddeutschland festgestellt und kommt bei uns im Norden so gut wie gar nicht vor. Außerdem kann man sich gegen FSME impfen lassen und erhält dadurch einen wirksamen Schutz. Anders bei der Borreliose, einer oft chronisch verlaufenden Krankheit, die Zecken überall übertragen können und gegen die es keine Impfung gibt, aber immerhin hilfreiche Antibiotika. Früh behandelt heilt auch diese Krankheit folgenlos aus.

Am besten aber, man schützt sich vor den Ginsterböcken. Und das geht so:
Wer auf Wegen durchs Grüne wandert, wird kaum zum Zeckenopfer, denn sie lauern auf den Spitzen von Gräsern oder kleinen Zweigen und warten darauf, abgestreift zu werden. Geht man querfeldein, schützt helle, lange Kleidung wirksam. Denn eine abgestreifte Zecke ist auf der hellen Kleidung leicht zu entdecken und man macht es ihr schwer, sich auf der Haut festzubeißen. Gelingt ihr das trotz aller Vorsicht, ist schnelle Entfernung geraten. Am besten geschieht das mit einer speziellen „Zeckenfasszange“ aus der Apotheke. Bleibt die Haut nach dem Stich entzündet oder tritt die so genannte Wanderröte auf, bei der Flecken an immer neuer Stelle am Körper auftauchen, muss man in jedem Fall zum Arzt. Der entscheidet, ob es dann noch ein Antibiotikum gibt oder nicht.

Einen schönen, stichfreien Sommer wünscht

Dr. Gregor Viethen, wankendorfer
Betriebsarzt, Facharzt für Allgemeinmedizin und Naturheilkunde, www.arzt-molfsee.de

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