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Lust auf Bio? Aber logisch!

Bio-Produkte haben die Körnerecke verlassen und sind mittlerweile in jedem Supermarkt und Discounter zu finden - und das zu erschwinglichen Preisen. Ob man mit Bio besser isst und worauf man beim Einkauf achten sollte, dazu haben wir Ihnen einige Tipps zusammengestellt.

Am sechseckigen Bio-Siegel kann man die Produkte deutlich erkennen, die nach der EU-Öko-Verordnung hergestellt wurden. Das heißt zum Beispiel, dass Obst und Gemüse ohne chemische Dünge- und Pflanzenschutzmittel erzeugt wurde oder dass Tiere artgerecht gehalten wurden. Manche haben Zweifel, ob wirklich Bio ist, wo Bio drauf steht. Hier gilt: auf das deutsche sechseckige Bio-Siegel ist Verlass. Private Kontrollunternehmen, die zuvor eine Zulassung bei der Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung erwerben müssen, kontrollieren jeden Bio-Betrieb einmal jährlich auf Herz und Nieren nach vorheriger Ankündigung und außerdem in unangemeldeten Stichproben. Bio-Lebensmittel, die aus dem Ausland kommen, werden in vergleichbarer Weise geprüft, bevor sie das deutsche Bio-Siegel tragen dürfen. So können Sie sicher sein, dass die Qualität der Bio-Lebensmittel vom Obst- und Gemüsestand bis zu den Bio-Eigenmarken der Supermärkte und Discounter der EU-Norm entspricht. Letztere sorgen auch dafür, dass der Griff zu Bio immer mehr zur Geschmacks- als zur Preisfrage wird.

Erste Wahl: Bio aus der Region

Allerdings bringt der Bio-Boom mit sich, dass ein großer Teil der Lebensmittel aus dem Ausland in deutsche Supermarktregale kommt, denn die deutschen Öko-Bauern können den Bedarf (noch) nicht decken. Wenn Sie Bio nicht nur des Geschmacks und der Gesundheit wegen kaufen, sondern auch, weil Ihnen eine umweltschonende Erzeugung wichtig ist, dann sollten Sie darauf achten, wo die Ware herkommt. Denn wenn Bio-Obst und –Gemüse eingeflogen werden muss, schadet das Klima und Umwelt, weshalb man besser zu hiesigen Produkten greift.

Auch bei Bio: Lesen Sie das Kleingedruckte!

Genau aufs Etikett schauen sollten Sie auch, wenn Sie auf Zusatz- und Hilfsstoffe in Lebensmitteln achten müssen, denn da gibt es auch bei Bio-Produkten erhebliche Unterschiede. Dazu ein Vergleich: Für konventionell erzeugte Lebensmittel sind über 300(!) Zusatzstoffe wie Konservierungsmittel, Geschmacksverstärker, Feuchthaltemittel usw. zugelassen, für Bio-Produkte mit dem deutschen Bio-Siegel sind es 47 (ab Dezember 2007), für Bio-Produkte von der Vereinigung Bioland nur 25. Bioland verzichtet auch auf Nitritpökelsalz, was unter dem Bio-Sechseck-Siegel durchaus verwendet werden darf. Wie bei den Zusatzstoffen gelten auch in allen anderen Bereichen wie Tierhaltung und Tierfutter, Pflanzenbau und in der Verarbeitung für Vereinigungen wie Bioland und Demeter deutlich strengere Kriterien als die EU-Verordnung vorschreibt. Wer sich in jeder Hinsicht bewusst ernähren möchte, geht mit Bioland und Demeter u.a. auf Nummer Sicher.

Nachweislich gesünder: Lebensmittel in Bio-Qualität

Grundsätzlich tun Sie sich und Ihrer Gesundheit beim Griff ins Bio-Regal etwas Gutes: Bei Obst und Gemüse ist die Pestizid-Belastung nachweislich wesentlich geringer, dafür sind wichtiges Vitamin C und gesundheitsfördernde sekundäre Pflanzenstoffe umso mehr vorhanden. Auch andere wichtige Vitamine, Mineralien und Aminosäuren sind in Bio-Lebensmitteln stärker vertreten. Die artgerechte Haltung der Tiere verleiht Bio-Fleisch ein intensiveren Geschmack, eine bessere Struktur und Haltbarkeit. Belastungen mit Arzneimittelrückständen sind, wenn überhaupt, nur minimal vorhanden. Und natürlich sind Gentechnik und die ionisierende Bestrahlung von Lebensmitteln im Biolandbau verboten.

Bei unserem Testgang durch Supermärkte und Discounter fanden wir Bio-Produkte sowohl im Extra-Regal als auch neben konventionell erzeugten Lebensmitteln einsortiert, aber leider nicht immer gut beschildert. Fast überall gibt es inzwischen Bio-Eigenmarken. Bei Sky kann man sich bewusst für hiesige Bio-Prdukte entscheiden, denn unter der Marke „Unser Norden\" sind zum Beispiel auch Bio-Milch- und Molkerei-Produkte sowie Bio-Konserven zu finden. Famila führt gleich zwei Bio-Marken im Sortiment: Vitalea bietet Produkte auf der Basis der EU-Verordnung, Alnatura wendet strengere Richtlinien an, ähnlich wie beispielsweise Bioland und Demeter. Auch wenn Sie bisher noch wenig Bio-Produkte auf den Tisch gebracht haben, gilt hier wie sonst: „Probieren geht über studieren!\" Wir hoffen, Ihren Appetit auf Bio geweckt zu haben!

Frisch auf den Tisch: Bio-Lebensmittel

Eigenmarken
nach EU-Öko-Verordnung
(sechseckiges Bio-Siegel):

Aldi: Bio; Edeka: Bio Wertkost; Famila: Vitalea, Alnatura; Lidl: Bioness; Penny: Naturgut; Plus: BioBio; Sky: Unser Norden Bio; Real/Metro: Grünes Land

Bio aus der Region:
Sky: Unser Norden Bio; Bio- und Naturkostläden; Bio-Marktstände; künftig auch bei Aldi Nord.

Bio nach strengeren Kriterien als EU-Öko-Verordnung:
Famila: Alnatura, Bioland-, Demeter- und Produkte ähnlicher Verbände in
Bio- und Naturkostläden sowie auf Bio-Marktständen.

Mehr Infos zu Bio:
www.oekolandbau.de
www.bio-siegel.de
www.bioland.de

Bio zum Anfassen:
Das ganze Jahr über laden die Bioland Bauernhöfe in Schleswig-Holstein zu 60 Hoffesten ein. Infos: Tel. 04322-75940, www.bioland.de/sh-hh-mv

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