Attraktiv, modern und energetisch auf dem neuesten Stand

Interview: Ausblick 2019

Seit rund 70 Jahren bietet die wankendorfer den Menschen im Land schönes und zeitgemäßes Wohnen. Mit rund 8.300 eigenen und weiteren rund 11.200 von ihr verwalteten Wohnungen ist die wankendorfer eines der größten Wohnungs­unternehmen mit Sitz in Schleswig-Holstein. An 70 Orten zwischen Nord- und Ostsee – zwischen Eckernförde und dem Hamburger Randgebiet – leisten Mitarbeiter für Mitglieder, Mieter sowie Kunden professionellen Service direkt vor Ort. Ronald Otto, Abteilungsleiter Technik, ist für den Neubau und die Wohnqualität in den Objekten zuständig.

Laboe: Bis Ende 2020 entstehen im Kützkrög zwei schöne Mehr­familienhäuser mit 30 Zwei- und Dreizimmerwohnungen. Dafür ­investiert die wankendorfer rund fünf Millionen Euro. (Illustration: © Zastrow + Zastrow Architekten)

Herr Otto, Sie sind Architekt und seit 23 Jahren bei der wankendorfer. Was genau ist Ihre Aufgabe als Abteilungsleiter Technik?

Nun, vereinfacht gesagt, sorge ich gemeinsam mit unseren sechs Bauleitern und in Abstimmung mit den anderen Abteilungen dafür, dass sich die Bewohner in unseren insgesamt rund 19.500 eigenen und verwalteten Wohnungen wohlfühlen und nach modernen Standards leben können. Ich plane und überwache die Modernisierungen und auch unsere Neubauprojekte. Dafür entwerfe ich noch immer gern eigene Pläne und stimme mich mit Architekturbüros und Baubetrieben ab.

Diese Aufgabe klingt bei 19.500 ­Wohnungen nicht ganz einfach, zumal die wankendorfer anders als viele andere Wohnungsunternehmen nicht nur an einem Standort, sondern dezentral im Lande vertreten ist.

Diese flächendeckende Präsenz durch unsere Büros vor Ort ist für eine Genossenschaft schon etwas Besonderes. Da unsere Mieter gleichzeitig unsere Mitglieder sind, sind wir stark mit dem Land und den Leuten verwurzelt. Das zeigt auch unser soziales Engagement in den Regionen. Unseren Wohnungsbestand haben wir jederzeit im Blick und kennen den Zustand der einzelnen Objekte sehr genau. Seit Beginn der 1990er Jahre haben wir mehr als 190 Millionen Euro investiert, um unsere Wohnanlagen aus den 1950er bis 1970er Jahren zu modernisieren. Wir schaffen aber auch bezahlbaren Wohnraum in Schleswig-Holstein durch den Neubau von Mehrfamilienhäusern.

Wie wird der Wohnungsbestand 2019 erweitert und welche Neubauten bzw. Modernisierungsprojekte sind geplant?

Unseren eigenen Wohnungsbestand erweitern wir zum einen durch den Zukauf von 56 Wohnungen in Kiel Mettenhof, Skandinaviendamm 356 – 358b, zum 1. Januar  2019. Diese Wohnungen haben wir bisher verwaltet, so dass sich für die Mieter nichts ändert.

Zum anderen werden wir in Bad Segeberg, Itzehoe, ­Laboe und Preetz Mehr­familienhäuser mit insgesamt 103 Wohnungen bauen. Damit schaffen wir strategisch dort bezahlbaren Wohnraum, wo er aktuell, aber auch auf lange Sicht benötigt wird. Dies gilt auch für das Bauprojekt an der Kieler Hörn, das wir gemeinsam mit acht anderen Investoren weiter vorantreiben werden. Voraussichtlich 2019 wird dort mit dem Bau von 418 Wohnungen begonnen; 58 davon errichtet die wankendorfer.

Unsere begonnenen Modernisierungsvorhaben in Plön und Kellinghusen werden wir 2019 abschließen und darüber hinaus haben wir mehrere umfassende Moder­nisierungen in Eutin, Schwentinental und ­Trappenkamp geplant.

Ronald Otto, Abteilungsleiter Technik bei der wankendorfer

Wie entscheiden Sie, welche Gebäude renoviert oder modernisiert werden müssen?

Wir sehen uns alle Gebäude regelmäßig an und können daher gut einschätzen, wann technische oder energetische Modernisierungen nötig werden. Wir regis­trieren aber auch, wenn für eine Wohnanlage vermehrt Schäden gemeldet werden. Das ist für uns ebenfalls ein Anlass, den Gesamtzustand des Gebäudes einschließlich der Haustechnik zu prüfen. Anschließend entscheiden wir, ob eine Reparatur oder Renovierung einer einzelnen Wohnung oder eines Bauteils ausreicht oder ob eine umfassende Modernisierung sinn­voll ist. Darüber hinaus haben wir auch immer die Wohnqualität im Blick, beispielsweise modern ausgestattete Bäder und Küchen. Ziel bei ­jeder Baumaßnahme ist es, barrierearm zu ­modernisieren. Neubauten von der wankendorfer werden heutzutage stets barrierearm errichtet.

Wie sieht eine umfassende Modernisierung aus?

Das kann ich gut am geplanten Projekt im Südring 28 –30 und 32–34 in Schwentinental erklären. Anlass ist eine energetische Modernisierung der beiden Gebäude. Gleichzeitig werden wir aber auch die Wohnqualität für die Bewohner und die Attraktivität der Anlage deutlich erhöhen. Dafür sollen unter anderem die Fassaden sowohl mit einem Wärmeverbundsystem gedämmt als auch mit Putz- und Verblendflächen neu gestaltet werden. Hinzu kommt eine neue Dachdeckung sowie die Dämmung der obersten Geschoss- und der Kellerdecken. Wir werden außerdem die Heizungsanlagen erneuern und durch einen hydraulischen Abgleich optimal einstellen. Zusätzlich werden die Fenster ausgetauscht und die Balkonflächen erneuert.

Wie lange im Voraus planen Sie die verschiedenen Projekte?

Mittelfristig planen wir für die kommenden fünf Jahre. Treten Schäden auf, rea­gieren wir natürlich kurzfristig. Konkreter wird es mindestens ein Dreivierteljahr vor dem Start der Baumaßnahmen. Dazu gehören die Planungen und Finanzierungen sowie die Ausschreibungen für die Bauleistungen und bei Modernisierungen auch die Information unserer Mitglieder.

Wie erfahren die Mieter von notwendigen Modernisierungen?

Etwa drei Monate vor Beginn der Maßnahme informieren wir die Mieter umfangreich in einem ersten Brief und laden darin auch zu einer Mieterversammlung ein. Dort erklären wir genau, was und warum es passieren wird, und zeigen Vorher-nachher-Bilder anderer Modernisierungen, damit sich die Bewohner das geplante Ergebnis besser vorstellen können. Kurz bevor es richtig losgeht, geht der jeweilige Bauleiter oder ich noch von Wohnung zu Wohnung, um individuelle Dinge berücksichtigen und letzte Fragen beantworten zu können. Während der Bauarbeiten ist der Bauleiter regelmäßig vor Ort und auch die Mitarbeiter aus dem jeweiligen Stadtbüro stehen unseren Mietern für Fragen jederzeit zur Verfügung. 

Gibt es für Sie nach über 20 Jahren Modernisierung im Bestand noch Überraschungen?

Als Architekt ist für mich jedes Projekt anders, in der Modernisierung ebenso wie im Neubau. Optimale und zukunftsorientierte Wohnungsgrundrisse sind mir ebenso wichtig wie die Nachhaltigkeit der Gebäude und eine schöne Fassadengestaltung. Ich möchte immer die beste Lösung für die Bewohner entwickeln. Bei den Baumaßnahmen im Bestand haben wir wirklich viel Erfahrung, aber auch wir können nicht durch Wände sehen. Einige Dinge, wie zum Beispiel asbesthaltige Rohre oder den Zustand der Rohrleitungen in Installationsschächten, sehen wir eben erst, wenn die Bauarbeiten starten. Sollte es bei „Überraschungen“ Verzögerungen geben, informieren wir die Mieter immer sofort. Unser Ziel ist es, trotz aller Einschränkungen, die eine Modernisierung mit sich bringt, die Beeinträchtigungen für unsere Mieter so gering wie möglich zu halten.

Text: Beatrix Richter

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