Schlüsselübergabe im Anscharpark

Konzept für gemeinschaftliches Wohnen erfolgreich umgesetzt

Anfang März sind die ersten Mieter im Anscharpark eingezogen. Das neue Quartier auf dem Gelände des ehemaligen Marinelazaretts im Kieler Norden erwacht zum Leben und besticht durch ein vielfältiges Miteinander.

Modernes Wohnen auf historischem Grund: 51 Wohnungen hat die wankendorfer auf dem Gelände des Kieler Anscharparks gebaut.

Attraktiv und bezahlbar

Ein harmonisches Ensemble aus modernen und historischen Gebäuden, die wie in einem Park von altem Baumbestand umrahmt werden – das ist der neue Anscharpark. Gemeinsam mit drei weiteren Wohnungsbaugenossenschaften aus der Region hat die wankendorfer nahe der Kieler Förde insgesamt neun Wohngebäude mit 154 Wohnungen errichtet. Alle Stellplätze für Autos und Fahrräder wurden dabei unter die Erde verlegt, so dass die neuen Bewohner den Anscharpark als Ort der Begegnung und Gemeinschaft genießen und nutzen können. Rund 11 Mio. Euro hat die wankendorfer für ihre vier Häuser mit insgesamt 51 Wohnungen investiert, in denen sich sowohl Singles als auch Paare und Familien wohlfühlen können. Einkaufsmöglichkeiten, Ärzte oder auch Kindergärten und Schulen finden sie in nächster Nähe und ein Bus direkt vor der Wohnanlage schafft eine schnelle Verbindung ins Kieler Zentrum. „40 Prozent wurden mit Geldern des sozialen Wohnungsbaus gefördert, so dass auch in dieser attraktiven Lage helle Ein- bis Vierzimmerwohnungen zu einem günstigen Quadratmeterpreis vermietet werden können“, betont Dr. Ulrik Schlenz, Vorstandsmitglied der wankendorfer.

Inklusives Wohnprojekt

Eines der Gebäude entstand als Inklusionshaus mit 16 Wohnungen, das für die kommenden 20 Jahre an die Stiftung Drachensee vermietet ist. Beide Partner engagieren sich langfristig in diesem inklusiven Projekt, damit Menschen mit Behinderungen auf ganz selbstverständlichem Weg Teil der Gemeinschaft im Anscharpark werden. „Das Besondere ist, dass Menschen mit Behinderungen, die bisher in einem Zimmer mit maximal 14 m² wohnten, nun in eine eigene Wohnung gezogen sind und dort weiterhin die Unterstützung erhalten, die sie benötigen“, freute sich Stiftungsvorstand Klaus Teske für die neuen Bewohner. „Ich konnte kaum erwarten, dass es endlich losgeht“, erinnert sich Kirsten Beyer. „Zum Einkaufen kann ich jetzt zu Fuß gehen und die Wohnung ist sehr schön.“ Auch Monika Stöcks freut sich über ihr neues Zuhause: „Es ist ganz anders, aber alles ist gut, sehr gut.“ Erste Kontakte zur Nachbarschaft gibt es ebenfalls. Gerade organisieren drei aus der Gemeinschaft ein gemeinsames Fest mit dem Nachbarhaus.

Vielfältige Gemeinschaft

Für die wankendorfer ist das gemeinsame Projekt mit der Stiftung Drachensee eine Herzensangelegenheit. „Von Beginn an wollten wir im Anscharpark eine lebendige Gemeinschaft schaffen, die von ihrer Vielfältigkeit getragen wird“, erzählt Gregor Bunde, Abteilungsleiter Hausbewirtschaftung. Umso größer die Freude, dass mit der Stiftung Drachensee schon vor Baubeginn der richtige Partner gefunden wurde. So konnten die individuellen Bedürfnisse der jetzigen Mieter bei der Planung berücksichtigt werden. Neben den Wohnungen für ein bis zwei Mieter gibt es im Inklusionshaus auch einen Gemeinschaftsraum sowie ein Büro für die betreuenden Mitarbeiter der Stiftung.

Selbstbestimmtes Leben

In Zusammenarbeit mit der Landeshauptstadt Kiel sind in der Boltenhagener Straße ebenfalls Räume für ein besonderes Wohnprojekt entstanden. „Dieses Wohnkonzept ist einmalig in Kiel. Hier haben Studenten mit und ohne Behinderung die Möglichkeit, in einer gemeinschaftsorientierten studentischen Wohngemeinschaft zu leben, die selbstbestimmtes Wohnen und soziales Miteinander verbindet“, erläutert Dr. Schlenz. Den WG-Alltag inklusive Einkaufen, Putzen und Kochen teilen sich die fünf Mitbewohner entsprechend ihren individuellen Bedürfnissen, Interessen und Fähigkeiten gleichberechtigt auf. Für einen Mitarbeiter der Stadt bzw. den Betreuer der WG-Bewohner wurde neben der Wohngemeinschaft ein eigenes Büro geschaffen.

Foto: Kristina Tönnsen

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