wankendorfer begrüßt neuen Vorstand

Interview mit Thorsten Gleitz

Alles ist stets und ständig im Wandel. Auch in der Vorstandsetage der Wankendorfer Baugenossenschaft für Schleswig-Holstein eG ist das so. Mit Blick auf das altersbedingte Ausscheiden von Vorstandsmitglied Bernd Hentschel, der seit 26 Jahren mit großem Geschick, Engagement und Umsicht im Vorstand des Unternehmens wirkt, hat der Aufsichtsrat der Baugenossenschaft frühzeitig die Nachfolge geregelt. Mit Herrn Thorsten Gleitz ist seit dem 1. April 2020 ein dritter Vorstand mit langjähriger Erfahrung in der Wohnungswirtschaft bestellt worden. Nach einer Übergangsphase mit drei Vorständen wird Herr Gleitz ab Februar 2021 das Unternehmen gemeinsam mit Herrn Dr. Ulrik Schlenz leiten.

Woher kommen Sie und was haben Sie vorher beruflich gemacht?

Vor meinem Start bei der wankendorfer war ich Geschäftsführer der BUWOG in Deutschland. Ich war insgesamt 17 Jahre in dem Unternehmen und seinen Vorgängergesellschaften tätig. Begonnen habe ich meinen Weg in der Wohnungswirtschaft 2003 in Hannover bei einem Ableger der ehemaligen Neuen Heimat. Nach diversen Unternehmensverkäufen wurden wir letztendlich 2018/2019 von der Vonovia SE übernommen. 2020 habe ich die tolle Chance ergriffen und bin in den Vorstand der wankendorfer gewechselt.

Was reizt Sie an Ihrer Aufgabe besonders?

Die wankendorfer ist eine Genossenschaft mit Herz, einer langen Historie und tollen Grundwerten. Ich bringe gerne mein Wissen aus den letzten Jahren ein, um das Unternehmen weiter erfolgreich zu entwickeln. Das langlebige Wirtschaftsgut „Gebäude“ ist die Grundlage des Geschäftsmodells der wankendorfer. Hier sehe ich große gestalterische Herausforderungen für die Zukunft, die mich sehr reizen. Aber auch der Klimaschutz, die Digitalisierung und die Erweiterung unserer Serviceleistungen für unsere Mitglieder und Kunden sind interessante Aufgaben, die auf mich warten.

Worin sehen Sie die Vorteile einer Genossenschaft?

Die Genossenschaft ist ihren Mitgliedern, eine Immobilien-Aktiengesellschaft ihren Aktionären verpflichtet. Zwischen den beiden Unternehmensformen gibt es aber einen gravierenden Unterschied: Bei einer Genossenschaft sind die Mieter auch gleichzeitig die Mitglieder. Aktionäre sind dagegen meistens keine Mieter. Die Schaffung eines guten, sicheren und sozialen Wohnungsbestandes kommt daher direkt den Mitgliedern und Mietern zugute. Der erwirtschaftete Gewinn wird neben der Zahlung der Dividende an die Mitglieder satzungsgemäß in die Modernisierung einzelner Wohngebäude oder ganzer Quartiere, in den Neubau oder in soziale Projekte reinvestiert.

Worin sehen Sie die Herausforderungen für das Wohnen der Zukunft?

Unsere Bevölkerung ist mitten in einem demografischen Wandel und altert zunehmend. Dies hat unmittelbare Auswirkungen auf die Wohnbedürfnisse. Jeder wünscht sich, möglichst lange in seinem Zuhause zu bleiben. Die wankendorfer versucht mit gezielten Dienstleistungen (75+) oder Umbauten (zum Beispiel der Bäder) diesem Wunsch zu entsprechen. Zudem ist die Wohnungsknappheit insbesondere bei bezahlbarem Wohnraum die soziale Frage der heutigen Zeit. Auch an dieser Stelle leisten wir mit attraktiven Mieten unterhalb der Marktwerte einen sozialen und wirtschaftlichen Beitrag. Durch stetig ansteigende gesetzliche Anforderungen an unsere Bauweise bei Neubauten oder Bestandsmodernisierungen müssen wir jedoch neben gesetzlichen Verpflichtungen und dem Umweltschutz auch die Wirtschaftlichkeit des Unternehmens im Fokus haben.

Würden Sie ein wenig über Ihr Privat­leben erzählen?

Ich bin 41 Jahre jung, komme gebürtig aus dem schönen Weserbergland und bin glücklich verheiratet. Wir haben zwei gemeinsame Kinder: Jannik ist sechs Jahre alt und kommt dieses Jahr in die Schule, Niklas ist neun. Dazu gesellen sich unsere Katze Kim (die heimliche Chefin des Hauses) und unser Hund Emmy.

Wir leben seit vielen Jahren in der Nähe der Alsterquelle im schönen Henstedt-Ulzburg. Wir haben eine tolle Nachbarschaft, in der Solidarität und gemeinsames Achtgeben noch zählen. In ungewohnten und schwierigen Phasen wie der Coronazeit wird einem dieser zusätzliche Wohnwert einmal mehr bewusst.

Seit kurzem haben meine Jungs das Fußballspielen für sich entdeckt. Seitdem spielen wir oft gemeinsam mit den Nachbarn (alt wie jung) im Garten. Nach dem Fußballspielen entspannen wir gerne bei meiner Leidenschaft, dem Grillen.

Bildquelle: Timo Wilke, Fotografie

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